Beiträge von Plattenspieler

    Ja, hast Recht. Ich habe ungenau gelesen. Wäre aber glatt interessant, was der TV-L unter "Fachkraft" versteht, vor allem im Hinblick auf die Eingruppierung.


    Siehe hier, Abschnitt 20.6, S. 169 - 171.

    Sonst zur Frage, wie reibungslos das geht, noch einmal der Hinweis auf meinen Beitrag weiter oben zu BW:

    Hier gilt das auch nur für Sonderschul- und Grundschullehrkräfte, und bei nur 1. Staatsexamen auch nur mit 25-tägiger Weiterbildung oder einjährigem Berufspraktikum.

    Ich habe hier noch einen Artikel gefunden, der auf die Situation in verschiedenen Bundesländern, unter anderem auch Bayern, eingeht:

    https://www.erzieherin-ausbildung.de/praxis/ausbild…beiten-geht-das

    Da heißt es z. B.:


    Zitat

    Die Stadt München startete 2011 die Initiative „Grundschullehrkräfte im Erziehungsdienst“. Die Lehrkräfte wurden zunächst als Kinderpfleger eingestellt und absolvierten berufsbegleitend eine 30 tägige Weiterbildung. Wer nach einem halben Jahr die Erzieherprüfung bestand, könnte als Fachkraft im Kindergarten arbeiten. Das Projekt wurde leider nicht weiter geführt, heute müssen Lehrer, die als Fachkraft eingestellt werden wollen, in Bayern teilweise den Weg über die Externen- bzw. Nichtschülerprüfung einschlagen.

    Für BW gilt:


    http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quell…d.psml&max=true

    Ich denke, ein aktuelles Kompendium zur gesamten Sonderpädagogik gibt es nicht mehr, da das heutzutage einfach zu umfangreich würde.

    Für die Fachbereiche, in denen ich mich mehr oder weniger auskenne, halte ich für gute Grundlagen- und Überblickswerke:

    Förderschwerpunkt Sprache:

    Reber/Schönauer-Schneider: Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts (sehr praxisorientiert, auch ohne große Vorkenntnisse)
    Mayer/Ulrich: Sprachtherapie mit Kindern (detaillierter, fachspezifischer)

    Förderschwerpunkt Lernen:

    Werning/Lütje-Klose: Einführung in die Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen
    Heimlich: Pädagogik bei Lernschwierigkeiten
    Heimlich/Wember: Didaktik des Unterrichts im Förderschwerpunkt Lernen

    Im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung ist meines Wissens immer noch "Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen" von Myschker in der aktuellen Auflage das Standardwerk.

    Für die Frühförderung kann ich "Handbuch interdisziplinäre Frühförderung" von Sarimski empfehlen.

    Für den Förderschwerpunkt Hören "Grundwissen Hörgeschädigtenpädagogik" von Leonhardt.

    Von Bundschuhs "Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik" soll es wohl auch dieses Jahr noch eine Neuauflage geben.

    Ich meine zwar mich zu erinnern, dass "die Beine zusammenzuhalten" bereits Teil deines an anderer Stelle geäußerten Konzeptes war aber bitte: Was verstehst du unter "vernünftiger Sexualaufklärung" und inwiefern ist die sichere Anwendung von Kondomen kein Teil davon?

    Als "die Beine zusammenhalten" habe ich das sicher nie betitelt. Aber ja, ein Teil des Aufklärungsunterrichts sollte meines Erachtens sein, dass Sex in eine stabile und langfristige Beziehung (bzw. Ehe) gehört und man nicht mit jedem Dahergelaufenen ins Bett springt. Hältst du das für überholt?
    Über Kondome (und andere Verhütungsmethoden, auch natürliche Empfängnisverhütung) muss selbstverständlich ebenso aufgeklärt werden, da bin ich dabei. Nur erstens bieten auch diese keine hundertprozentige Sicherheit. Zweitens sind sie nicht für alle geeignet. Drittens brauche ich für diese Aufklärung nicht die "praktische Demonstration" am Holzpenis. Zum einen ist das ein sehr intimer und unangenehmer Eingriff in das Schamgefühl vieler SuS, zum anderen ist das Üben an derlei Objekten auch nicht mit der Realsituation vergleichbar.

    Ihr müsst in einer Kommune arbeiten, die die Schulen mit Geld überschüttet. Andernfalls kommt ihr in eurem Unterricht mit Buch, Tafel und Stift aus und setzt genau da die Grenze: Man hat ja keine Arbeitsmittel, deshalb kann man eben nur mit Buch und Stift arbeiten.
    [...]

    Es ist schön, wenn deine Schule so großräumig ausgestattet ist.

    Bei uns ist nicht die Kommune der Schulträger, sondern der Landkreis, und als sonderpädagogische Einrichtung haben wir natürlich auch gewisse Vorteile.

    Dass nicht alle Schulen diese Vorteile haben, ist mir natürlich bewusst.

    Dass deine Schilderungen hier dem Regelfall entsprechen, kann ich mir jedoch auch nicht vorstellen. Zumal ich auch immer wieder Einblicke in andere Schulen haben.

    Oh, unser lieber Kollege Plattenspieler ist ein großer Infragesteller, wie man leicht feststellt, wenn man hier eine Weile mitliest. Evolutionstheorie, Klimawandel, Selbstbestimmung / Gleichberechtigung der Frau, you name it...

    Jetzt bitte Butter bei die Fische: Wo habe ich die Evolutionstheorie infrage gestellt? Wo habe ich den Klimawandel infrage gestellt?

    Auch die Selbstbestimmung oder Gleichberechtigung der Frau habe ich natürlich nie infrage gestellt, aber hier ist mir klar, worauf du hinaus willst, nämlich dass ich mich für den Schutz des menschlichen, auch des ungeborenen Lebens einsetze.

    Wenn man nicht regelmäßig zu Hause arbeiten muss und keine umfangreiche Sammlung von Arbeitsmaterialien lagern muss, braucht man in der Regel kein Arbeitszimmer - und fühlt auch nicht das Bedürfnis danach.

    Muss man als Lehrer regelmäßig zu Hause arbeiten? Gut, wenn man mit Schulschluss um 12.00 Uhr (oder wann auch immer) direkt im Auto sitzt, ja, aber dazu zwingt einen ja keiner. Ich finde Vor- und Nachbereitung in der Schule sehr wohltuend auch im Hinblick auf die Trennung von Beruflichem und Privatem.

    Muss man als Lehrer eine umfangreiche Sammlung von Arbeitsmaterialien lagern? Der Großteil meiner "Sammlung" ist digital. Und was ich an haptischem Material benötige, lagert in der Regel in der Schule, wo es ja auch zum Einsatz kommt.

    Ich weiß nicht, wie eng oder weit du 'unterrichten' fasst, aber an unserer Schule gibt es einige Lehrkräfte, die viele Stunden in der Frühförderung, im Sonderpädagogischen Dienst und in der Diagnostik haben, wodurch sich der Anteil der Verpflichtung an 'klassischem' Unterricht reduziert. Vielleicht wäre so etwas eine Option?

    Zudem die Kosten für die Werkzeuge und Produktionsmittel, die in der Industrie von der Firma gestellt werden, die du als Lehrer jedoch selbst bezahlen musst: Medien, Bastelmaterial, Kopierpapier, Kosten für den selbst zu finanzierenden Arbeitsplatz Zuhause, ... Das Finanzamt hat mir bei der Steuerfestsetzung 4035 € Werbungskosten (=beruflich bedingte Ausgaben) anerkannt. Das sind nochmal monatlich 330 € weniger Netto.
    Wenn du in der Industrie auf Fortbildung / Weiterbildung geschickt wirst, bezahlt dir das der Arbeitgeber. Als Lehrer geht das auf deine Kappe und findet zudem vermehrt außerhalb der regulären Arbeitszeit am Freitag / Samstag statt.


    Ich habe in BW bislang keine Schule kennengelernt, an der man als Lehrer Kopierpapier, Bastelmaterial oder Medien selbst zahlen müsste.

    Bringst du auch dein eigenes Klopapier mit in die Schule?

    Einen 'Arbeitsplatz' zu Hause brauche ich nicht; ich habe in der Schule genug Möglichkeiten zu arbeiten und falls ich mal etwas zu Hause fertig mache, reicht mein Computer, der sowieso hier steht.

    Fortbildungen von den Akademien (bzw. jetzt ZSL), Schulämtern etc. sind kostenlos. Reisekosten werden erstattet. Wenn man denn mal auf eine private kostenpflichtige Fortbildung will/soll, kann man einen Antrag auf Übernahme der Kosten stellen. Wird der nicht genehmigt, geht man halt nicht hin.

    Fortbildungen am Samstag habe ich auch noch nicht erlebt. Kann man sicherlich nicht - ohne zeitlichen Ausgleich - zu verpflichtet werden.

    Kleinere Sachen kaufe ich mir gelegentlich auch privat, wenn ich sie exklusiv für mich haben will und/oder keine Lust habe, bis zur Genehmigung bei der nächsten Konferenz zu warten. Aber bei über 4000 € im Jahr würde ich mich schon fragen, was da falsch läuft.

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