Hallo und guten Abend,
ich wende mich in erster Linie an Lateinlehrer, bin aber für Tipps von allen Seiten dankbar.
Mein Problem ist ja schon angedeutet. Ich bin zwar für Deutsch und Latein ausgebildet, aber da Latein Mangelfach ist, und es wirklich schwer ist, Lateinlehrer zu finden, bin ich seit Ende meines Referendariats (2003) mit vollem Stundendeputat Latein eingesetzt. Jetzt, mein zweites Jahr nach der Babypause ist es soweit, dass ich mein eigenes Fach nicht mehr mag. Es ist langweilig, und so sehr ich auch mich bemühe, ich kann einfach meine Schüler nicht mehr begeistern. Konnte ich das je? Zumindest ist mir nie aufgefallen, wie langweilig es sein muss, immer Grammatik, Übersetzen, Vorträge, mal Video, mal CD...
Ich weiß auch nicht, bei mir ist irgendwie der Wurm drin. Ich bin ständig mit mir selbst am Hadern, und bekomme prompt Disziplinprobleme.
In der 12. habe ich versucht, aktuell von den Wirtschaftsproblemen unserer Gesellschaft auf Cic. pro lege Manilia überzugehen. Solange wir Banken- und Wirtschaftskrise analysiert haben, war auch alles ok. Kaum kam ich mit dem Text, sah ich in die angeödeten Gesichter meiner Schüler...
Kann mich jemand verstehen? Mir vergeht dabei die Lust am Unterrichten. Und das ist natürlich ein Teufelskreis, die jungen Leute haben ja feinste Antennen für so etwas.
Was soll ich machen? Ich bin noch nicht einmal 40 und denke mit Schrecken daran, den Rest meines Lebens junge Leute zu langweilen. Das war aber vor den Ferien noch nicht so. Ich bin wirklich deprimiert.
Ich fühle mich auch total alleine mit meinen Gefühlen diesbezüglich. Ich habe wirklich nette Kollegen, bin auch gern im Lehrerzimmer, also das ist es nicht. Aber wenn ich mit meinem Problem anfange, hört keiner zu...
Stimmt was nicht mit mir?
Bitte helft mir! Wie komme ich aus diesem Loch wieder raus?
Danke.