Moin! Bin neu hier. Und konnte einfach nicht mehr nicht reagieren. Sorry dafür!
Und da ich bei meinem ersten Kommentar direkt in einem anderen Kanal gelandet bin, hier ein neuer Versuch. 🙏
Also (erneut) zum Thema:
Irgendwo stand die Frage, warum führende Medien die Stellungnahmen der Gewerkschaften und Verbände auf die „Empfehlungen“ der „Experten-Kommission“ zur Behebung des Lehrermangels nicht breiter bzw. intensiver aufgreifen....
Daraufhin habe ich u.a. in der Online-Ausgabe der BILD recherchiert.
Tatsächlich fand ich zu den Reaktionen nichts. Aber dafür folgende Schlagzeile:
3 von 16 Minister nicht vom Fach!
Oh, dachte ich. Könnte tatsächlich auch ein Problem sein....
Leider handelt es sich dabei aber um die Justizministerien der Bundesländer.
Schade!
Denn bei den Bildungsministerien gab es keine Schlagzeilen. Allerdings eine erheblich andere Relation:
In 16 Kultusministerien sind tatsächlich nur 3-4 Minister:innen 'vom Fach'!
(Die Zahl variiert, je nachdem ob ein abgeschlossenes Studium schon als ‚vom Fach’ dazuzurechnen sei.)
Alle anderen Bildungsminister:innen also, die zusammen immerhin das oberste Gremium der Bildungslandschaft der Bundesrepublik, die Kultusministerkonferenz (KMK) bilden, sind Juristen, Volkswirte etc.
Hm….
Eine Kultusministerin wurde im Zusammenhang in der Tagesschau explizit zitiert.
Dabei hat sie, laut Tagesschau, die Qualität der „Empfehlung“ herausgestellt und die Expertise und wissenschaftliche Fundierung der „Experten-Kommission“ gelobt….
(Link siehe unten)
Und auch sie gehört nicht zur kleinen Gruppe der drei von 16 Minister:innen, die aus dem schulischen Umfeld stammen. Sie gehört allerdings auch nicht zur großen Gruppe der Juristen oder Volkswirte, da sie (noch) kein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung aufweisen kann.
An sich nicht schlimm. Wirklich nicht.
Dafür gibt es ja auch noch die wissenschaftliche Beratung.
Denkt man!
Insgesamt erscheint die Zusammensetzung der Experten-Kommission aber mindestens genauso bemerkenswert:
Sie besteht nämlich ausschließlich aus Bildungswissenschaftler:innen!!
Und ob mit einer solchen Zusammensetzung tatsächlich eine umfassende Expertise im Zusammenhang mit einer solch großen Aufgabe abgebildet werden kann ???
Ich bin ganz sicher kein Freund von Unternehmensberatungen.
Aber gerade bei dieser enorm erscheinenden Herausforderung hätte ich mir irgendwie eine disziplinübergreifendere Zusammensetzung gewünscht!
Ich frage mich nämlich, ob bei einer erweiterten Fachkompetenz durch unterschiedliche Professionen tatsächlich der Fokus - und das wird ja anscheinend im Zusammenhang moderner und agiler Management-Methoden ja auch scope genannt - wohl auch vor allem nur auf die Aspekte der Arbeitszeitverlängerung bzw. der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen einer sowieso schon überlasteten Berufsgruppe gelegen hätte?
Ich vermute fast, der Wurf hätte in diesem Fall auch die Organisation auf der Ebene des Betriebs Schule, die Stärkung der Selbstverwaltung eines kompetenten Kollegiums und vielleicht sogar auch den zeitgemäßen Arbeits-und Gesundheitsschutz der bereits vorhandenen Arbeitskräfte in den Blick genommen - jenseits von Yoga und durchaus auch empfehlenswerter Selbsterfahrung!
Und wie viel Mehrwert könnte dann auch noch entstehen, wenn man die Personalvertretung vielleicht gar nicht mal unbedingt mit ins Boot geholt, zumindest aber mit einem echten Willen zur gemeinsamen Gestaltung angehört hätte.
Aber vielleicht betrifft der Fachkräftemangel das Bildungssystem ja nicht nur auf Ebene der Schule...
In diesem Zusammenhang könnte die Entwicklung von Strategien der Fachkräftegewinnung auf höheren bildungspolitischen Ebenen ja durchaus auch mal eine lohnenswerte Fragestellung für weitere Untersuchungen sein, oder?
In diesem Sinne an alle echten Fachkräfte:
Durchhalten! Weitermachen! Und - vor allem! - nicht alles gefallen lassen!!!
Ich drücke uns die Daumen!
Und hier der Link:
https://www.tagesschau.de/inla…aft/lehrermangel-115.html