Nein, mir macht das alles Angst und Sorgen. Aber ich kenne ja auch noch die Erzählungen meiner Großeltern über beide Weltkriege und von meinem Onkel, der mit 17 noch eingezogen wurde.
Ja, das betrifft wohl viele ab einem bestimmten Jahrgang. Alice Schwarzer ist übrigens 80, aber sie scheint aus der Geschichte andere Lehren zu ziehen.
Aber ich verstehe Kernaussagen des verlinkten Artikels noch anders: Es ging zu Beginn des Krieges für uns noch darum, dass alle mit Entsetzen dorthin geschaut haben und zumindest viele ältere Westdeutsche diese Parallele zum 2. Weltkrieg zogen. Dann wurde das Nachrichtenchecken immer weniger, weil das kein Mensch aushält, sich jeden Tag die Trümmer und Menschen in U-Bahnschächten anzusehen und mitzufühlen. So funktionieren Menschen ja auch, dass sie sich anpassen und arrangieren.
Dann kam die Gasdebatte und die Frage, ob wir bald alle im Kalten und Dunkeln sitzen, da ging es vermehrt um persönliche Sorgen. Allerdings diese Angst ist recht fix vorbeigegangen, würde ich sagen, die war vor 2 Monaten nämlich durchaus noch Thema.
Aber was, denke ich, als eigentliches Problem beschrieben wird, ist die Blauäugigkeit, mit der wir als Gesellschaft da reingetappt sind. Die Fähigkeit verlernt hätten, Krisen rechtzeitig zu erkennen und stattdessen optimistisch oder vielleicht auch naiv vor uns hingedümpelt sind. Auch wenn der eine oder andere Putin immer schon skeptisch gegenüber stand, scheint ja keine allgemeine Sorge hierzulande vorgeherrscht zu haben, dass passieren könnte, was eben passiert ist.
Das zeigt ja auch der Zustand der Bundeswehr, das, was der Kanzler als 'Zeitenwende' bezeichnet hat und nicht zuletzt der aktuelle Blick auf China und von wem man sich abhängig macht (Hamburger Hafen...) Es muss nichts so kommen, wie es in der Geschichte bereits gekommen ist. Aber es wäre hilfreich, wachsamer zu sein für das, was aktuell so rundrum passiert.