So ganz grob ist Unterrichthalten mit Referaten, die du schon aus Schule und Studium kennst, vergleichbar. Ich habe es mal an anderer Stelle damit verglichen, dass du mit Beginn der Stunde wie ein Schauspieler auf die Bühne gehst und in deine Rolle wechselst. Die könnte dann heißen "Mathelehrer 7. Klasse Realschule".
Wie du vielleicht aus Schule und Studium weißt, macht ein gutes Referat aus, dass du Zuhöreraktivierung betreibst. Je mehr Sinneskanäle genutzt werden, desto mehr bleibt am Ende beim Zuhörer hängen. Das gilt umso mehr im tagtäglichen Unterricht.
Großer Vorteil: Nur du kennst das Skript. Lässt du eine Arbeitsphase ausversehen weg, weißt du das zwar, die Schüler jedoch nicht. Immer selbstbewusst bleiben und so tun als sei das genauso von dir geplant gewesen. Im Zweifelsfall kommst du zu einem späteren Zeitpunkt auf diese oder jene Arbeitsphase zurück.
Nachteil, dem man sich auch bewusst sein muss: Du kannst leider im normalen Unterrichtssetting nicht dein Skript 1 zu 1 runterspulen. Das Geschehen in der Klasse ist sehr dynamisch und die Stimmung kann schnell kippen, wenn eine Unterrichtsstörung unentdeckt bleibt und eine Kettenreaktion auslöst. Du kannst im Vorfeld natürlich nicht jede erdenkliche Situation proben, eine gewisse Spontanität wirst du immer haben müssen, aber du kannst dir im Vorfeld überlegen, welche Erziehungsmaßnahmen du, je nach Grad und Häufigkeit der Unterrichtsstörung, ganz grundsätzlich anwenden möchtest, um die ganze Stunde die Kontrolle zu behalten und eine hohe Lernatmosphäre zu ermöglichen.