Wenn dir die Arbeit mit den Kindern Spaß macht, ist das doch schon einmal ein wichtiger positiver Ansatz, mit dem du arbeiten kannst. Viel kritischer wäre es doch, wenn dir das missfallen würde. Deine Ausführungen klingen für mich auch so, als wenn es menschlich zwischen dir und deiner Ausbildungsleiterin nicht passt. Ihre Bemerkung, der Job wäre nichts für dich, finde ich höchst unprofessionell. Das kann man nach so kurzer Zeit im Rahmen eines Praktikums überhaupt nicht von außen beurteilen. Hat sie dir denn ganz konkret Tipps gegeben, was du verbessern kannst und wie? (für mich klingt das eher nicht danach) Gab es auch mal positives Feedback? Hat du die Möglichkeit, bei einer anderen Lehrerin mitzugehen?
Vieles im Lehrerjob ist Handwerk, das man im Referendariat lernt. Vieles lernt man auch durch Erfahrung. Daher würde ich jetzt nicht direkt, zu einem Zeitpunkt, wo du noch nicht einen Tag im Referendariat warst, die Flinte ins Korn werfen. Zu dem Punkt mit deiner Schüchternheit, Unsicherheit: Hast du die Möglichkeit, zur psychologischen Studienberatung zu gehen und dir dort Unterstützen zu holen? Es werden zudem immer mal wieder Angebote an den Unis von den Unis geschaltet oder mit viel Glück sogar Seminare, wo es um selbstsicheres Auftreten, Stimmbildung etc. geht. Schüchternheit per se ist jetzt kein Ausschlusskriterium, um Lehrerin zu werden. Unter den SuS und auch im Kollegium gibt es schüchterne, zurückhaltende Kandidaten. Wir sind eben alle unterschiedlich. Dein Ziel, wenn der Lehrerberuf weiter dein Ziel ist, ist es, zu einem professionellen, sicheren Handeln zu gelangen, ohne dich zu verbiegen bzw. deine Persönlichkeit zu verstecken und Theater zu spielen. ( Das willst du ja bestimmt auch nicht deinen SuS später vermitteln) Unsicherheit merken die SuS ganz schnell, mangelnde Authentizität aber auch, die eben nichts mit der gewünschten Rollenklarheit zu tun hat.
Viel Erfolg auf deinem Weg!