Beiträge von RosaLaune

    Abschiebung heißt ja nicht immer auch "Rückführung ins Herkunftsland". Es kann auch heißen "Rückführung ins erste Land, bei dem man in der EU registriert wurde" bzw. "Rückführung ins erste Land, das man betrat und einen Status analog zu einem sicheren Herkunftsland hat" (um auch Länder wie die Schweiz zu inkludieren". Sonst könnte ja wirklich jeder Bürger, egal woher er kommt auf der Welt, in Deutschland Asyl beantragen und auf deutsches Asylrecht pochen.

    Relevanz?

    Genau diessen Ersatzdienst gibt es meines Wissens derzeit in der Ukraine nicht. Und ja , der Beschluss der UN Vollversammlung lautete genauso, allgemeines Menschenrecht.

    Ja, dass die UN-Vollversammlung das beschlossen hat, glaube ich. Ich weiß aber nicht, inwiefern sich daraus auch wirklich etwas rechtskräftiges ergibt.


    Die Europäische Rechtsprechung sieht es jedenfalls anders und Ukrainer dürften wohl auch abgeschoben werden, wenn diese Schutz allein aufgrund des Wehrdienstes erbeten würden. Russen sind da deutlich besser geschützt, denn die wären mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gezwungen, auch Kriegsverbrechen zu begehen. Da zieht die europäische Justiz eine Grenze.

    Ich weiß nicht ob das wirklich dazu führt, dass Kriegsdienstverweigerung ein Menschenrecht ist. Die derzeitige Rechtspraxis, insbesondere auch in Deutschland, deutet eher darauf hin, dass es kein Menschenrecht ist. Allerdings kann das Recht auf Kriegsdienstverweigerung auch durch einem militärischen Ersatzdienst ohne Waffe umgesetzt werden.

    Werte: Menschen gegen ihren Willen zum Militärdienst zwingen entspricht europäischen Werten? Ernsthaft.

    Vieles im Ukraine-Krieg ist schwer zu beantworten, aber hier ist die Antwort tatsächlich einfach: Ja, verpflichtender Militärdienst auch in Kriegszeiten entspricht europäischen Werten und ist auch ausdrücklich in der Europäischen Menschenrechtskonvention vom Zwangsarbeitsverbot ausgenommen.


    Das kann man ablehnen, aber es ist eine derzeit zutreffende Tatsachenbeschreibung.

    Da würde ich dir bei jedem normalen Arbeitsverhältnis sogar zustimmen.


    Der Punkt ist für mich eher, dass nur noch die Annehmlichkeiten des Beamtenstatus mitgenommen werden, aber die ursprünglichen Gegenleistungen nicht mehr erbracht werden. Die Versetzungsdebatte ist da ein gutes Beispiel. Ursprünglich gehörte nämlich die landesweite Versetzbarkeit mal zu den Gegenleistungen für Verbeamtung und Fürsorge. ;) Das wurde nur zu unseren individuellen Gunsten erodiert. In letzter Konsequenz delegitimiert diese Entwicklung unseren besonderen Status. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

    Die Möglichkeit der Abordnung unterscheidet den Beamten im Lehrberuf aber nicht vom Angestellten im Lehrberuf.

    Der Artikel, den Kris24 verlinkt hat, beleuchtet die Thematik recht genau. Dass die Aussage von Bärbel Bas trotz des "oft" pauschale Vorurteile in beide Richtungen (SInti und Roma / Lehrkräfte) bestätigt, sollte klar sein.

    Du pauschalisierst hier sogar noch stärker.

    Ich habe eher das Gefühl, dass sich hier einige auf den Schlips getreten fühlen. Sowas ist mir tatsächlich egal. Man muss nicht uns Lehrkräfte in Schutz nehmen, wenn wir immer noch Schülergruppen haben, die systematisch benachteiligt werden.

    Dass Sinti und Roma zu den benachteiligten Gruppen in Deutschland gehören, hielt ich bisher für Allgemeinwissen. Dass Bärbel Bas darauf hinweist, dass Schüler aus der Gruppe der Sinti und Roma benachteiligt werden und ihnen keine Leistungsfähigkeit zugetraut wird, ist gut. Probleme löst man nämlich nicht, indem man sie unter den Teppich kehrt. Und als Bundestagspräsidentin ist Bärbel Bas in der Lage, Probleme in die Öffentlichkeit zu tragen. Von daher sage ich: gut so!

    UK war nie ein Schengen-Land. Deren Migrationsgesetze haben mit dem Brexit nichts zu tun. Kein Schengen, keine Personenfreizügigkeit. Dir sollte aufgefallen sein, dass du bei Einreise nach UK auch immer schon durch die Passkontrolle musstest.

    Die Personenfreizügigkeit ist eine Säule der EU. Mit Schengen hat das erstmal nichts zu tun. Schengen regelt nur, dass der grenzüberschreitende Verkehr ohne Kontrollen stattfindet. Die Personenfreizügigkeit dagegen ist das Recht eines EU-Bürgers, in jedem Land der EU Arbeit zu suchen und sich dann dort niederzulassen.

    Wesentlich scheint mir in der von dir eingebrachten Aufzählung auch der nontraditional approach to education zu sein.


    Ich finde es im Übrigen beinahe schon unlauter, die Beschulungsversuche während der Corona-Pandemie mit Homeschooling zu vergleichen. Dass das ein Großversuch war, sehe ich auch so, aber er war aus der Not geboren und gerade kein übliches Homeschooling.


    Meine Werte und meine Einstellung zur Freiheit mache ich nicht abhängig von Menschen, die diese nicht teilen. Ich musste mir meiner religiösen Familie brechen, ich kenne die Schwierigkeiten. Aber gerade deshalb gebe ich doch meine Werte nicht auf?

    In Europa gibt es wenige Möglichkeiten in der Schweiz geht es zB um wenige Tausend Schüler und dort ist das Homeschooling auch noch vergleichsweise stark reglementiert. Ich beziehe mich primär auf die USA, wo über 1 Millionen SuS im homeschooling unterrichtet werden, da gab es mal eine Befragung vom Economist, bei der über 80% der zugehörigen Eltern angegeben haben, dies aus religiös-moralischen Gründen zu tun.

    Die extremen Fälle mit stark abweichendem Unterricht gibt es auch dort, in Europa vermutlich eher nicht.


    Aber auch in Deutschland kommen die prominenten Fälle aus dem religiösen Bereich ("Zwölf Stämme").

    Dann her damit.


    Im Übrigen ist die Schulpflicht in Europa die Ausnahme, Deutschland ist das Land, das hier anders handelt als die Nachbarn. Und natürlich, wenn es keine legale Möglichkeit gibt, dann betreiben auch eher nur die Extremen Homeschooling.

    In den meisten Ländern, in denen das möglich ist, sind der weit überwiegende Teil der homeschooler Kinder aus streng religiösen Elternhäusern und das homeschooling besteht dort aus 2 Stunden Bibel lesen, dann helfen die Mädchen der Mutter im Haushalt (was dann gerne Praxsunterricht genannt wird). Lesen und schreiben geht noch (aber nicht Harry Potter!), einfache Kopfrechenaufgaben können viele der Kinder im Teenageralter nicht lösen.

    In vielen Fällen ist homeschooling hart an der Grenze zum Kindesmissbrauch und meiner Meinung nach Gott sei Dank in Deutschland keine legale Option.

    (Ich würde auch erwarten, dass auch hier diejenigen, die jetzt schon versuchen ihre Kinder vom Schwimm-, Sport- und Biologieunterricht ab zu melden, die ersten sind, die homeschooling nutzen.)

    Hast du dafür eine Quelle?

    Ich leses mich gerade informierend durch das Forum. Gilt so etwas auch in Sachsen für angestellte Lehrkräfte? Ich habe einen Vertrag unter 50%der reg. Arbeitszeit, freie Schule, und am Freitag Nachmittag erhielt ich die Information, das gesamte Schuljahr mehr Unterricht halten zu müssen.

    Was steht denn in deinem Vertrag? Bei uns in NRW steht bei Teilzeitangestellten die Arbeitszeit in Deputatsstunden (12,75 / 25,5 zum Beispiel). Da dürfte ohne eine Vertragsänderung eigentlich keine Deputatserhöhung möglich sein.

    Das FBI ist sich ja auch unsicher, ob es eine Schusswunde oder eine Verletzung durch umherfliegende Splitter war. ... eine Überlegung, die Trump unmöglich findet.

    https://edition.cnn.com/2024/0…nation-attempt/index.html

    So unsicher klingt das FBI aber nicht. mehr. Im Grunde ist es aber auch egal. Der Attentäter hätte auch 10 Meter vorbei schießen können und es wäre immer noch ein unglaubliches Versagen der Sicherheitskräfte gewesen. Dass Trump so einen Vorfall aber nutzt, sollte nicht überraschen.

    Nun, Schülersprecher ist ebenfalls faktisch falsch, da man unabhängig vom Geschlecht jemanden sucht, der die Schülerschaft vertritt. Sucht man einen Schülersprecher werden männliche Schüler angesprochen.

    Was schlägst Du denn stattdessen vor, wenn es nicht heißen soll: Wir suchen einen Schüler oder eine Schülerin als Sprecher für die Schülerschaft.

    Ich würde im konkreten Fall auch von einer Schülersprecherin sprechen. Dass Schülersprecher aber nur männliche Schüler anspricht, ist eine Behauptung, die keinesfalls belegt ist. Das generische Maskulinum, dem sich unter anderem das Akteur-Suffix -er bedient, spricht niemanden an, es meint auch niemanden mit, sondern lässt das Merkmal Sexus einfach aus. Der Sexus-Marker -in dagegen drückt eben das Geschlecht aus. Sonst wäre eine Schülersprecherin ja auch nicht weiblich, sondern hermaphrodit (-er + -in).


    Ob das generische Maskulinum überleben wird, weiß ich nicht, aber derzeit entspricht es einfach der sprachlichen Realität (genauso wie andere Möglichkeiten der gendersensiblen Sprache).

Werbung