@ Anja: Genau das meinte ich ja, als ich schrieb, dass ihr Grundschulkollegen im Prinzip vor den gleichen Problemen steht.
Beiträge von Finchen
-
-
Ohne jetzt alle Beiträge bis hierhin gelesen zu haben, möchte ich meinen Senf kurz dazu tun:
Mir geht es ebenso wie dem Threadstarter. "Meine" Fünftklässler können im Fach Deutsch oft erschreckend wenig. Da hapert es schon daran, einen einfachen(!), vollständigen Satz zu formulieren (schriftlich wie mündlich). Rechtschreibregeln können die Wenigsten (noch nichtmal die Groß- und Kleinschreibung von Nomen und am Satzanfang wird sicher beherrscht) und beim Textverständnis stoßen sie auch sehr schnell an ihre Grenzen. Besonders letzteres zieht Probleme in fast sämtlichen anderen Fächern nach sich.
Ich muss im Prinzip die Jahrgangsstufen 5 und 6 dazu verwenden, Grundschulstoff nachzuholen. Gleichzeitig wird aber von mir verlangt, die Schüler nach den Kernlehrplänen zu unterrichten und auf zentrale Prüfungen vorzubereiten. Den Spagat kann man nicht leisten. Vor allem dann nicht, wenn man hauptsächlich mit sehr leistungsschwachen SuS zu tun hat.Gleichzeitig kann ich natürlich auch die Grundschulkollegen verstehen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Ich denke aber, niemand unterstellt ihnen schlechte Arbeit, sondern wie schon geschrieben wurde, müssen auch sie mit völlig anderen Ausgangsvoraussetzungen starten und stehen letztendlich vor dem gleichen Problem.
Die einzige Kritik, die ich an den Grundschulkollegen übe (zumindest an denjenigen, von denen wir die SuS bekommen), sind die wenig aussagekräftige "Kuschelnoten". Ich habe den Eindruck, dass die Notenskala in der Grundschule bei 4 bzw. ausreichend zu Ende ist. Das hat den Nachteil, dass ganz viele SuS auf der weiterführenden Schule auf den Boden der Tatasachen zurück geholt werden müssen. Die Noten des Grundschulzeugnisses spiegeln meiner Erfahrung nach selten das eigentliche Können der SuS wieder. -
2) Teilzeitkollegen, die am entsprechenden Tag ggf. noch frei haben, haben ihre Teilzeitbeschäftigung ja nicht einfach so genommen, sondern da sie z.B. noch Kinder haben. Wenn nicht gerade eine Gratisbetreuung zur Verfügung steht (Eltern, Ehepartner) [was im Übrigen nicht selbstverständlich ist], muss für diese Betreuung mitunter bezahlt werden (Tagesmutter, Kinderfrau).
Ganz ehrlich, als ich noch keine Kinder und eine volle Stelle hatte, habe ich gerne an solchen Ausflügen teilgenommen. Es haben sich immer sehr nette Gesprächer ergeben und es war schön, die Kollegen auch mal außerhalb des Lehrerzimmers kenn zu lernen (sofern man das nicht eh privat tut
Nun habe ich aber zwei Kinder und keine Großeltern oder sonstige Helfer in der Nähe, die einspringen könnten. Unsere Freunde sind selber berufstätig. Mein Mann müsste dafür einen Tag Urlaub nehmen und ganz ehrlich möchte ich das nicht, weil er nur 25 pro Jahr hat, die wohl verplant werden müssen.
Daher kann ich an solchen Ausflügen zur Zeit nicht teilnehmen. Meine Kinder gehen da eindeutig vor und da können sich die Kollegen dann von mir aus auch das Maul zerreißen, so viel sie wollen (auf die Gesellschaft derer, die das tun, kann ich gut verzichten).Die Vollzeitkollegen verlieren wirklich manchmal den Blick dafür, warum jemand mit Kindern "nur" Teilzeit arbeietet und was am Familienmanagement sonst noch dranhängt. Letztendlich arbeitet man außerdem fürs ein halbes Einkommen deutlich mehr als die Hälfte und soll auf jeder Hochzeit mit tanzen...
ICH weigere mich zur Zeit auch, auf Klassenfahrten zu fahren. Es geht schlicht und einfach nicht, solange meine Kinder noch klein sind. Wo sollen die während dessen bleiben? Das sieht in einigen Jahren (wenn sie selbstständig genug sind, auch mal ein paar Stunden alleine zu Hause bleiben zu können) sicher wieder anders aus aber bis dahin ist es halt so. -
Auch wenn ich selber gerade nicht viel dazu beitragen kann, lese ich gerne mit, was ihr zum Thema schreibt und finde die Entwicklung der Diskussion interessant. Danke für eure Antworten!
-
Hier ein ganz interessanter Artikel , in dem ich mich als Lehrerin leider ein bißchen wiederfinde. Ich gehöre zwar zu denjenigen, die auch schlechte Noten verteilen, wenn ich sie für gerechtfertigt halte aber auch bei uns geht der Trend dahin, dass Druck von "oben" kommt und wir auf schlechte Noten wenn irgend möglich verzichten sollen.
Wie sieht´s bei euch aus? Seht ihr diesen Trend an euren Schulen auch oder eher nicht?
-
Im Moment sind ja auch selbst genähte Kleinigkeiten (könnte evl. im Textilunterricht gemacht werden?) der Renner - kleine Mäppchen, Taschentücherpackungen u.s.w.
-
Um welches anscheinend eher exotische Fach geht es denn?
-
Meine Examensklassen haben ein Eis bekommen. Für das (komplette) Kollegium habe ich unmengen von Kuchen gebacken und mit einem kleinen Dankeschön-Brief ins Lehrerzimmer gestellt.
-
Ja, an Gesamtschulen in NRW ist Hauswirtschaft reguläres Unterrichtsfach und kann auch als solches studiert werden.
An "meiner" Gesamtschule haben in Jg. 5 alle SuS ein halbes Jahr Hauswirtschaft (jeweils die halbe Klasse mit Technik im halbjährlichen Wechsel).
In den Jahrgängen 6 bis 10 gehört Hauswirtschaft zum Wahlpflichtbereich Arbeitslehre (zusammen mit Technik und Wirtschaftslehre) und wird anteilig unterrichtet. Hier ist es dann Hauptfach für die SuS.
In den Jahrgängen 9 und 10 wählen sie dann nochmal eines der Fächer Hauswirtschaft, Technik oder Wirtschaftslehre als grundständiges (neben-) Fach für zwei Jahre. Hier ist es dann tatsächlich so, dass die Hauswirtschaftskurse zu 90% aus Mädchen bestehen...Edit: Ach ja, bei uns herrscht seit Jahren chronischer Mangel an ausgebildeten Hauswirtschaftkollegen. Diejenigen, die es studiert haben, unterrichten kaum noch ihr Zweitfach (nur noch in der eigen Klasse) und es ist schwer, jemanden zu finden, der es fachfremd unterrichten will.
-
Ich habe irgendwo ein Klavierliederbuch von Rolf Zuckowski liegen. Muss mal schauen, ob das von dir gesuchte Lied darin ist.
-
@ Pausenbrot: Es kann aber auch nicht sein, dass als Lösung eine Teilzeitarbeit beantragt wird, denn damit verzichtet man auf eine Menge Geld (und das ist eben auch nicht immer möglich). Abgesehen davon ist man als Teilzeitkraft sowieso immer mit Mehrarbeit "gekniffen", weil man die Verpflichtungen um den Untericht herum (Klassenleitung, Konferenzen u.s.w.) trotzdem in vollem Umfang erledigen muss. Es müssten hier vielmehr Ansätze gesucht werden, wie sich eine Vollzeitstelle wieder erträglich meistern lässt.
Wenn von 50 Stunden "außer Haus" gesprochen wird, muss man den Fahrtweg von der eigentlichen Arbeitsbelastung abziehen, denn dafür kann kein Mensch etwas und zählt bei niemandem zur Arbeitszeit (mein Mann ist fast fünf Jahre lang auch täglich 110 km pro Wegstrecke, also 220 Km täglich gependelt; ich weiß also, wovon ich spreche und kann auch nachvollziehen, dass das als Belastung empfunden wird aber da muss man durch oder selber etwas ändern).
Dann sind wir bei 40 Stunden Aufenthaltszeit in der Schule pro Woche. Das ist viel, entspricht aber einer "normalen" vollen Stelle wenn nicht zu Hause noch jede Menge Arbeit zu erledigen wäre. Kannst du deine Vorbereitungen/Korrekturen nicht in deine (zugegeben übermäßig vielen) Freistunden verschieben und sie damit effektiv nutzen? Dann sähe die Arbeitsbelastung nämlich schon wieder ganz anders aus.Zu der "neuen Aufgabe" kann ich nicht viel schreiben. Ein Nachmittag im Halbjahr ist tatsächlich nicht viel und da du anscheinend keine Kinder/Familie organisieren musst, könntest du die Wartezeit auch zum Arbeiten nutzen. Ich bin dazu übergegangen meine Freistunden so gut wie möglich mit Vorbereitungen/Kopieren/Korrekturen u.s.w. zu füllen wie nur möglich. Das macht eine Menge aus, wenn man konsequent dabei bleibt.
Vielleicht kannst du zum nächsten Schuljahr den Posten wieder abgeben?! Als Begründung kannst du dir ja bis dahin was "Inhaltliches" überlegenEinfach nur "Keine Lust auf Mehrarbeit" kommt in der Regel nicht so gut, auch wenn ich es verstehen kann, dass du am Limit bist. An den zwei Terminen bis dahin musst du wohl die Zähne zusammen beißen.
-
Steht alles in der Überschrift. Thread kann in einer Stunde gelöscht werden
-
Eine Anmerkung zur Lerngruppe: Ich finde auch, das "Elfchen" für eine fünfte Klasse EIGENTLICH nicht anspruchsvoll genug sind. Ich arbeite aber selber an einer Gesamtschule mit einem Migrantenanteil von um die 70% der Schülerschaft. Für viele dieser SuS ist es in Klasse fünf tatsächlich nicht einfach, ein Elfchen zu schrieben.
Will sagen, wenn du das Thema nimmst, mussst du in der Lerngruppenbeschreibung ganz deutlich auf die Defizite der SuS hinweisen und somit deine Vorgehensweise erklären! -
Das kenne ich nur zu gut. Ich habe mich während des Studiums ständig gefragt, wofür ich diesen Mist brauchen kann. Mit Vorbereitung auf die Schulpraxis haben nur die aller wenigsten Seminare zu tun. Die Lehrerausbildung müsste auch dahingehend reformiert werden... Selbst meine Didaktikseminare waren weitgehend unbrauchbar.
Andererseits geht es in einem Lehramtstudium ja auch nicht darum, das zu lernen, was man seinen Schülern beibringt (das sollte man weitgehnd schon können), sondern wie schon geschrieben wurde die geistenswissenschaftliche Denkweise und Arbeitstechniken zu lernen. Inhalte sind da eher exemplarisch zu betrachten.
Insgesamt kann ich dir nur raten (falls dir der Lehrerberuf wirklich wichtig ist): Augen zu und durch!
-
Endlich mal wieder eine Nacht mit mehr als drei Stunden Schlaf!
-
Dienstbesprechungen sind "nach Bedarf", ich würde sagen so ca. fünf Stück pro Halbjahr (können aber auch mal mehr oder weniger sein. (Gesamt-) Konferenz ist einmal im Monat.
-
Ich habe das mit einer achten Klasse mal mit dem Basteln von Papierboten aus einfachem Din A4 Papier simuliert: Die Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe musste das ganze Papierbot jeweils in Einzelarbeit mit allen Schritten basteln. Die zweite Gruppe hat sich die Arbeitsschritte geteilt. Dabei kam schnell heraus (ich glaube, ich hatte 5 Minuten angesetzt), dass die Gruppe mit Arbeitsteilung mehr Papierbote in der gleichen Zeit zustande bringt, als die andere Gruppe, die in Einzelarbeit gearbeitet hat.
-
Danke!!! Nutze ich zwar nicht für die Schule aber privat.
-
Ach so, ohne Vorbereitungszeit ist das natürlich schwer aber es soll ja eine Prüfung in Deutsch und nicht in Geschichte werden... Das ist wirklich eine blöde Situation. Eine Prüfung zu einer Lektüre ohne Textgrundlage macht in meinen Augen wenig Sinn, aber dafür kannst du ja auch nichts.
Dann vielleicht "einfach" eine mündliche Inhaltsangabe bzw. einen Überblick über die Geschehnisse und die beteiligten Personen geben lassen und dann im Gespräch nochmal auf die Probleme der Menschen im Hinterhaus eingehen: Mit welchen Problemen hatten die Untergetauchten untereinander umzugehen, mit welchen die Helfer und/oder was waren die Probleme des alltäglichen Lebens?
-
Ich habe "Anne Frank" auch mal mit einer neunten Klasse (Gesamtschule) gelesen, allerdings keine Nachprüfung daraus gemacht.
Könnt ihr nicht einen Textauszug aus dem Buch nehmen, der eine der Personen aus dem Versteck gut charakterisiert und den Schüler genau das in der Prüfung machen lassen? Ich weiß ja nicht, was Schwerpunkt der Unterrichtsreihe war... Dabei könnte man gut auf die Hintergründe eingehen und auf Grundlage der Lektüre analysieren lassen, warum sich die Personen so verhalten, wie Anne es schildert.
Eine schöne Aufgabe wäre auch, eine kurze Textstelle vorzulegen, in der Anne das Verhältnis zu ihrer Mutter beschreibt, was ja sehr angespannt war. Dabei könnte der Prüfling die Einstellung Annes gegenüber ihrer Mutter untersuchen, begründen und kritisch beleuchten.
Mögliche Textstellen dafür (Seitenangaben beziehen sich auf meine Taschenbuchausgabe aber die Daten der Tagebucheinträge sind ja auch in anderen Ausgaben leicht zu finden):
„Es ist hart, die Wahrheit zu sagen, und doch ist es die Wahrheit, dass sie mich selbst von sich gestoßen hat, dass sie mich selbst durch ihre taktlosen Bemerkungen für jede Liebe von ihrer Seite abgestumpft hat, durch ihre rohen Scherze über Dinge, die ich nicht witzig finde.“ (S. 102, Eintrag vom 2. April 1943)
„Und doch liegt mir Mutter mit all ihren Mängeln am schwersten auf dem Herzen. Ich weiß nicht, wie ich mich beherrschen soll. Ich kann ihr nicht ihre Schlampigkeit, ihren Sarkasmus und ihre Härte unter die Nase reiben, kann jedoch auch nicht immer die Schuld bei mir finden.“ (S.142, Eintrag vom 30. Oktober 1943)
„Ich kann nicht mit ihr sprechen, ich kann nicht liebevoll in diese kalten Augen schauen, ich kann nicht, nie! – Wenn sie nur ein bisschen war von einer verständnisvollen Mutter hätte, entweder Weichheit oder Freundlichkeit oder Geduld oder etwas anderes; ich würde mich ihr immer wieder zu nähern versuchen. Aber diese gefühllose Natur zu lieben, dieses spöttische Wesen, ist mir mit jedem Tag unmöglicher!“ (S. 183f., Eintrag vom 8. Februar 1944)
„Eine Mutter stelle ich mir als eine Frau vor, die vor allem viel Takt an den Tag legt, besonders für Kinder in unserem Alter. Nicht wie Mansa, die mich laut auslacht, wenn ich wegen etwas weine, nicht wegen Schmerzen, sondern wegen anderer Dinge.“ (S.159, Eintrag vom 6. Januar 1944)
Werbung