Das heißt aber auch, wenn ich in einer Schule von Februar bIS Sommerferien jemand brauche, dann kann es durchaus sein, dass Ihr da verschiedene Leute vorbeischickt. Und das bedeutet wieder vermehrte Einarbeitung, zu häufiger Lehrerwechsel bei den SuS. ?
Das kann sein, wenn es aber regelmäßig die gleiche Zeit usw ist, versuchen wir keinen oder wenige Wechsel zu haben
Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es primär um kurzfristigen Unterrichtsausfall.
Langfristige Ausfälle deckt doch auch Berlin aus anderen Töpfen (bzw. versuchen sie daraus zu decken) und durch echte Ausschreibungen von Vertretungsstellen, oder?
Genau, primär wollen wir die kurzfristigen Ausfälle decken - langfristig machen wir das aber auch gerne. In Berlin gibt es diese Ausschreiben, insbesondere die Randbezirke wie Berlin-Marzahn und Berlin-Spandau haben große Leerläufe. In diesen Bezirken ist es Normalität, dass die Schulen von vornherein mit 70% Besetzung das Schuljahr starten
Und wie ist das mit der Stundenvorbereitung? Machen das dann jeweils die Studenten, die in der Stunde unterrichten oder bekommen die das Material von euch oder von der Schule?
Ist euer Angebot eher als spontane Aushilfe für kurze Zeiträume zu sehen oder bietet ihr auch für längerfristige Ausfälle etwas an?
Primär spontane Ausfälle. In meinen bisherigen Stunden haben die Lehrer oft Blätter oder Aufgaben per Mail geschickt, die sozusagen als Hausaufgaben gemacht werden soll - ich betreue die Studierenden dann dabei und bin für Fragen da. So findet die Stunde statt, die Eltern und der Hort werden nicht überlastet und die Kinder haben am Nachmittag mehr Freizeit - zudem ist sichergestellt, dass die Lehrkraft mit ihrer Klasse vorankommt.
Alles anzeigenIch glaube, das ist so etwas wie eine "Leiharbeitsfirma", wo die Studenten große Flexibilität haben. Im Internet habe ich eine Dokumentation über "lehrcraft" gefunden:
https://www.wista.de/en/news-p…titution-not-cancellation
Bei uns stellen die Schulämter selbst StudentInnen als Vertretung ein. Allerdings müssen diese sich durch gewisse Verträge binden.
Läuft das wirklich so gut? Bei uns geben einige Studentinnen nach einer gewissen Vertretungszeit auf und überlegen es sich dann letztendlich, ob sie in dem Beruf arbeiten wollen.
In dem Artikel ist von Schulungsvideos die Rede. Auf was greift ihr da zurück? So wie ich gelesen habe, habt ihr alle etwas anderes studiert.
Leiharbeit funktioniert ein bisschen anders, aber ja es ist ähnlich. & genau, der Artikel ist über uns. Die Studierenden, die wir bisher haben, mussten wir bisher nicht schulen - mehrere haben Trainerscheine und arbeiten seit Jahren mit Kindern, haben schon Praktika gemacht usw.. Wir haben viele, die auch bei der Schülerhilfe arbeiten - tatsächlich haben wir auch zwei Studenten, die selbst Väter sind und von Erzieher zu Lehrer wechseln.
Unser Hauptaugenmerk ist die Betreuung zu gewährleisten, damit die Kinder nicht nach Hause geschickt werden müssen und gleichzeitig der Bildungsauftrag erfüllt wird.
In einem Berliner Bezirk haben wir eine Statistik aufgestellt - im September letzten Jahres sind durchschnittlich 40h pro Woche an diesen Schulen ersatzlos ausgefallen.
& ja, ich habe kein Lehramt sondern BWL studiert, aber dennoch habe ich Freude an der Arbeit mit Kindern, weshalb ich Nachhilfe gebe usw. Lehrcraft stellt für mich also die perfekte Verbindung dar
Eine Frage die in NRW sehr wichtig wäre. Liegt für alle Kandidaten ein aktuelles Führungszeugnis (das besondere für Behörden) vor, oder wie habt Ihr das organisiert. Solange das nicht vorliegt fängt bei uns keiner an.
Genau. Ohne erweitertes Führungszeugnis darf man nicht mit Kindern arbeiten - jeder unserer Studierenden muss dies vorlegen, bevor wir diese in unserem Portal freischalten.