"Abtreibungs-Diskussion" - (aus: Wahlen in Deutschland)

  • Rechtfertigen finde ich nicht. [...] Beraten lassen eher.

    Ja,wahrscheinlich hast du recht. Ich schreibe ganz ehrlich, dass ich zwei Mal in einer Situation war, in der ich am Ende nur "Glück" hatte. Aber es war zwei Mal einfach nur dumm. Drum finde ich schon, ohne Beratungsgespräch sollte es nicht gehen. Du hast schon recht, es gehören zwei dazu. Aber dass die Konsequenzen für die Frau völlig andere sind als für den Mann liegt in der Natur der Sache und als Frau weiss ich das grundsätzlich auch.

  • Du konzentrierst dich mehr auf mich als auf das eigentliche Thema.

    Ich konzentriere mich überhaupt nicht auf dich. Mir fallen nur Dinge auf. Zum Beispiel das von meinen Beiträgen lediglich meine Trollerei-Vermutung dir als beantwortenswert erscheint.


    Vielleicht hilft es, kurz Abstand vom Thread zu nehmen, frische Luft zu schnappen und etwas runterzukommen.

    Mach das gerne, wenn dir das hilft. Ich brauche weder das, noch Tipps von dir. Die Unterstellung, ich hätte es nötig „runter“ zu kommen (von was eigentlich?), ist schon etwas übergriffig.


    Es geht mir nicht darum, jemandem zu schaden

    Wie auch?


    ich diskutiere einfach gern über kritische Themen.

    Das kann man so oder so machen. Und manchmal wird das der Trollerei recht ähnlich. Aber bitte, wenn du diskutieren möchtest, fange ruhig damit an.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Winterblume : Adoptionen sollten niedrigschwelliger und gesellschaftlich weniger tabuisiert als jetzt möglich sein, sodass ein Kind, das in Konstellationen geboren wird, in der suboptimale Ausgangsparameter herrschen wie es bei deinem Vater der Fall war, dennoch die Möglichkeit hat, in einer Familie aufzuwachsen, in der es Liebe und Wärme erhält.

    Was lässt dich annehmen, Adoptionen könnten im Deutschland des Jahres 2025 tabuisiert sein? Inwiefern stellen Adoptionen eine Garantie dar für ein Aufwachsen in einer Familie, in der ein Kind Liebe und Wärme erhält? Und was genau trägt das zur Frage von Abtreibungen bei?


    Rechtfertigen finde ich nicht. Hat sich je ein Mann bei Ärzten / Pro Familie o.ä. rechtfertigen müssen, weil er ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte? Schlimm genug, dass am Ende die Frau in dieser "misslichen Lage" alleine steckt und jetzt das Theater hat.

    Also rechtfertigen nein. Beraten lassen eher.

    Ich muss mich beim Kauf der Pille danach ja zum Beispiel auch nicht rechtfertigen. Eine Abtreibung ist natürlich etwas anderes, weil die Schwangerschaft schon eingetreten ist und weil es ein körperlicher Eingriff ist, also eine Beratung macht Sinn.

    Aber keine Beratung wie aktuell geregelt, sondern etwas, was man halt z.B. durch der Frauenärztin seines Vertrauens erhält, die dann auch den Eingriff durchführt und bei der selbstredend niemand vor der Praxis, auf dem Gehsteig, Parkplatz, etc. Frauen belästigen darf die die Praxis betreten oder verlassen, nur um deren Recht über ihren Körper selbst zu bestimmen einzuschränken.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Und vor allem, wenn man dann eine Fehlgeburt hatte, sagen einem doch alle Ärzte und alle anderen Menschen, Freunde und Verwandte, man soll/braucht/darf nicht traurig zu sein, denn das war ja noch nichts... :(

  • Beratung- oder einfach Aufklärung? Bei medizinischen Eingriffen wird man über die Risiken aufgeklärt. Beratungspflichten beim Arzt gibt es sonst auch in keinem anderen Bereich, wenn ich mich recht erinnere.

    Spannende Frage. Über den semantisch relevanten Unterschied hatte ich gar nicht nachgedacht, meinte inhaltlich tatsächlich aber eine Aufklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt des eigenen Vertrauens für Frauen. Wer dann tatsächlich darüber hinausgehende Beratung wünscht kann diese aktiv suchen, sollte sie aber nicht aufgezwungen bekommen. Danke für deine Nachfrage Quittengelee .

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • durch der Frauenärztin seines Vertrauens erhält, die dann auch den Eingriff durchführt

    Das ist für mich der beste Weg. Stattdessen müssen Frauen sich informieren, Termine machen und womöglich sehr weit fahren, um diese Termine alle einhalten zu können. Das ganze unter dem Einfluss einer krassen Hormonflut.

    Und ich schließe mich Quittengelee an: Aufklärung ja! Beratung nur wenn gewünscht. Und auch das durch die gewohnte Gyn.

  • Auch im Mutterleib lebt ein Kind.

    Und aus Zellen bestehen wir alle.

    Dann wäre jede Periode und Ejakulation ja auch schützenswert bzw. strafrechtlich relevant oder nicht?

    Embryo und Fetus sind Fachtermini für bestimmte Entwicklungsstufen des Kindes.

    Eines nicht eigenständig lebensfähigen Symbiont der Mutter.

  • Und aus Zellen bestehen wir alle

    Aus Zellen besteht auch der Käfer, auf den du achtlos drauftrittst und der bis dahin mehr konnte als der Zellhaufen in der Gebärmutter irgendeiner Frau.


    @all Ich merk schon, man kann das alles noch sehr viel rationaler sehen als es tatsächlich in meinem Kopf ist. Ihr habt wahrscheinlich recht, bis zur 12. Woche ist es einfach ein medizinischer Eingriff, der nicht weiter zu rechtfertigen ist.

  • Hängen Menschenwürde und Lebensrecht davon ab, was man kann?

    Welche Würde hat denn ein nicht lebensfähiger Organismus? Selbst existieren zu können wäre schonmal eine Grundvoraussetzung, sei es mit medizinischen Geräten. Ansonsten ist es nichts weiter als verhüteter Geschlechtsverkehr.

  • Gegenfrage:

    Was ist mit der Menschenwürde der Mutter? Ist das Recht auf Menschenwürde verwirkt, weil sie schwanger ist?


    Eine Schwangerschaft ist extrem belastend für Körper und Geist. Todesfälle bei Geburten gibt’s noch heute. Außerdem sind die Spätfolgen auch nicht zu vernachlässigen. Die Quittung kommt ab dem Alter von 40.


    Außerdem ändert sich das ganze Leben, da sie in den meisten Fällen anschließend allein mit dem Kind da steht. Sie lebt am Existenzminimum. Kinderbetreuung ist eher schlechter als besser geworden, arbeiten für beide ist Vollzeit kaum möglich. Altersarmut ist weiblich.


    Zur Adoption freigeben: ja, wenn man die körperlichen Folgen in Kauf nimmt, kann das eine Lösung sein. Dann folgt jedoch der gesellschaftliche Tod. Das Umfeld wird die Frau spüren lassen, dass es die Entscheidung nicht gutheißt.


    Plattenspieler Ist diese Würde gar nichts mehr wert?

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